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Handynacken – jetzt schon die neue Volkskrankheit?

Handynacken

Handynacken neuer Negativtrend

Der Handynacken ist ein weltweites Phänomen: Studien haben ergeben, dass Nutzer von Smartphones bis zu 100x am Tag auf ihr Handy blicken. Auch wenn diese Zahl hoch gegriffen ist, wir kennen sie alle – die so genannten Smombies (Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie) – Menschen, die ständig mit gesenktem Kopf und starrem Blick durch die Gegend laufen und in ihr Handy tippen.

Die Art der Körperhaltung hat es in dieser massiven Form in der Evolutionsgeschichte des Menschen bisher noch nicht gegeben. Das Ergebnis ist der Handynacken: Verkürzte Nackenmuskeln führen zu Verspannungen. Lästige Nackenschmerzen sind die Folge – und Orthopäden reiben sich schon die Hände, ob der neuen Kundschaft, die in Zukunft um Rat suchend die Arztpraxen stürmen wird…

Denn genau wie die Handy-App Pokemon Go Nackenschmerzen verursacht, resultiert aus fortwährendem whatsappen und simsen mit dem Handynacken eine äußerst unangenehme Begleiterscheinung. Wer da nicht gegen steuert, muss wohl mit muskulären Verspannungen leben. Nun bliebe als erster Tipp, was gegen diese Art der Nackenverspannungen zu tun ist, das Smartphone öfter mal ruhen zu lassen. Da dies aber sehr schwer fällt (wir in der Redaktion können ja selbst kaum die Finger vom Handy lassen, präsentieren wir drei Sofortübungen, die einfach mal zwischendurch für ein bisschen Lockerung und Entspannung des Handynackens sorgen können.

Drei Sofort-Übungen gegen den Handynacken

1. Schultern nach hinten kreisen
Für diese Übung fasst man sich mit den Händen an die Schultern und lässt die Schultern nach hintern kreisen. Wer mag kann zusätzlich noch den Kopf in den Nacken legen. Dies verstärkt den Streck-Effekt.
2. Schulterblätter zusammenziehen
Die Arm werden im 90 Grad Winkel angelegt. Jetzt werden die Schulterblätter langsam zusammengezogen. Kurz die Position halten! Dann locker lassen und ein paar Mal wiederholen.
3. Arme strecken mit Kopfdrehung
Hierzu werden die Arme über dem Kopf ausgestreckt und dann seitlich am Körper herunter geführt. Dabei wird der Kopf abwechselnd nach rechts und links gedreht.

Hier gibt es weitere Übungen um Nackenverspannungen zu lösen.

Zusätzlich empfehlen wir, die Gesamtsituation für den Nacken zu hinterfragen. Wenn schon auf die Nutzung des Smartphones nicht verzichtet werden kann, sollte der Schlaf in der Nacht für eine optimale Erholung sorgen. Wird der Nacken in der Nacht entlastet? Fühlt sich der Nacken am Morgen erholt an? Falls nicht, könnte man über den Einsatz eines Nackenstützkissens nachdenken.

Handynacken 2.0 – hatte Lamarck doch recht?

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob der der Botaniker und Zoologe Jean-Baptiste Lamarck doch recht hatte. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte er seine Evolutionstheorie (vor Darwin übrigens). Die Theorie geht davon aus, dass Tiere ihre Eigenschaften, die sie im Laufe ihres Lebens erworben haben, an ihre Nachkommen weitervererben können. Pokemon Go-Spieler mit verkürzten Nackenmuskeln und hardcore Whatsapper werden sich anpassen (müssen). Denn sonst: Aua.

Lange Zeit galt Lamarck als widerlegt, aber im Zuge der Epigenetik… Ach, egal, die Zukunft wird zeigen, ob unser Körperbau sich dem neuen Nutzerverhalten am Handy anpassen wird.